Turnierberichte & Ergebnisse
Open Karlovy Vary 2009 - 29.4.-3.5.2009
von Markus Bach
Auch im Kalenderjahr 2009 ist Großschönau wieder auf internationaler Ebene vertreten.
Zusammen mit Christoph Natsidis und Rainer Rösemann begab ich mich auf die Reise in das weit im Westen der Tschechei gelegene
Städtchen Karlovy Vary (zu deutsch Karlsbad). Von einigen logistischen Unannehmlichkeiten, wie unter anderem dem Mangel an tschechischen
Kronen und kaum vorhandener Kantoren außerhalb des Stadtkerns trafen wir 2 Stunden vor Rundenbeginn zur Registration ein. Auch wenn man uns
wieder in die Stadt jagte um Geld zu tauschen ohne jedoch nähere Auskünfte über den Weg zu machen haben wir es rechtzeitig geschafft in der
Innenstadt von Karlovy Vary, die in ihrem renaissanceartigen Wesen zu einem längeren Aufenthalt anmutete, unsere Euronen zu tschechischen Kronen
zu tauschen. Nach der Registration im Spiellokal (Bild 1) und unserer Unterkunft (Bild 2) waren wir mehr als startklar. Das Turnier konnte beginnen.

(Bild 1: Christoph und ich)

(Bild 2)
Da wir in der Setzliste an 3. Christoph Natsidis, 7. Rainer Rösemann und 44. Markus Bach von 100 Teilnehmern waren verlief die erste Runde
standesgemäß mit 3/3. Leider war uns das Wetter nicht so hold wie der Partieverlauf der ersten Runde. Deshalb verbrachten
wir den ersten Abend in unserer Unterkunft mit Spiel und Spaß. Am nächsten Morgen war die Ausbeute schon geringer mit 2/3,
da ich gleich mein erstes Osterei bekam. Die Nachmittagsrunde war schon mit Spannung gefüllt, da an den Spitzenbrettern bereits
erste Federn gelassen wurden. So kam Christoph über ein Remis nicht hinaus. Doch Rainer und ich gewannen unsere Kämpfe und so hatten
wir ein respektables Ergebnis von 7,5/9 Rainer (Bild 3) war nun mit 3/3 unser Spitzenmann.

(Bild 3: Christoph und Rainer)
Aus Freude über die guten Ergebnisse hielten wir es für angebracht gleich am Abend in die Stadt zu rennen und ein bisschen zu
feiern. Natürlich hatten wir Schachbrett und Uhr mit dabei und so wurde es ein kurzweiliger Abend mit Schach, Billard, Tischkicker und Taifun.
Diese verantwortungslose Tat kostete Rainer am nächsten morgen gleich seinen Sieg und er kam „nur“ auf Remis, ebenso wie ich.
Christoph, auch von den Auswirkungen des vergangenen Abends gezeichnet kämpfte bis zum Schluss und konnte schließlich gewinnen.
Die Nachmittagsrunde war sehr durchwachsen. Rainer und ich spielten abermals Remis während Christoph am Spitzentisch mit seiner
französischen Verteidigung gegen Kovar eine herbe Niederlage einstecken musste.
Da an diesem Abend fantastisches Wetter war begaben wir uns wieder in die Stadt und saßen eine Weile in einem Bierzelt
umringt von einer Meute schaulustiger, die dem obskuren Treiben auf unserem Schachbrett folgten. Über den weiteren Verlauf des
Abends in einer örtlichen Diskothek sei an der Stelle nichts mehr erwähnt ... .
Mit 4/5 (Rainer), 3,5/5 (Christoph) und 3/5 (Markus) gab es wenigstens für Rainer noch Siegchancen. Und Rainer wollte gewinnen ... .
Trotz des geringen Schlafes und einiger Reste im Blut besiegte er seinen Gegner am nächsten morgen relativ mühelos.
Auch Christoph, der noch angefressen von seiner Vortagsniederlage war gewann recht schnell. Ich hatte zwar zu kämpfen doch am Ende konnte
ich mir ein Remis sichern.
Die Konstellation vor der letzten Runde sah nun folgendermaßen aus.
Rainer, Platz 4. mit 5/6, Christoph, Platz Platz 5. mit 4,5/6 und ich Platz 30. mit 3,5/6.
Mit einem halben Punkt Rückstand auf den ersten wollte Rainer mit schwarz unbedingt gewinnen.
Auch Christoph und ich wollten unbedingt gewinnen. Doch war der Kampfgeist nach einer üppigen Mahlzeit eher ein
gutes Zureden. Deshalb endeten unsere Partien auch verhältnismäßig schnell Remis. Rainer überzog in einem Anfall von
Gier seine Partie vollends und verlor leider.
So kamen wir am Ende auf die Plätze 9. (Rainer 5/7), 10.Christoph (5/7) und 34.Markus 4/7.
Leider haben sich unsere Erwartungen nicht ganz erfüllt, doch war es in jedem Fall ein attraktives Turnier in einer sehr empfehlenswerten Stadt.

(Bild 4: Spielort)
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