Turnierberichte & Ergebnisse
Die Schacholympiade aus Sicht eines Volunteers
von Martin SchmachtEin Blick hinter die Kulissen
Heute ist der erste Ruhetag bei der Schacholympiade. Endlich! Das sagen viele Volunteers, denn sie sind seit letzter Woche Montag
jeden Tag im Einsatz. Auch ich nutze den freien Tag, um mich etwas zu erholen.
Ich bin während der Schacholympiade im Bereich Ergebnisdienst & Infotainment eingesetzt. Meine Kollegen und ich sorgen dafür,
dass die Ergebnisse und Auslosungen in den Spieler-Hotels und im Kongresscenter (ICCD) ausgehangen werden, die Presse über aktuelle
Ergebnisse informiert wird, die Beamer im Kongresscenter Live-Partien anzeigen und das die technischen Abteilungen der FIDE und der
Internetübertragung unterstützt werden.
Bevor diese Tätigkeiten auf uns zu kamen, hieß die Herausforderung der ersten 3 Tage jedoch „Aufbau“. Schwierigkeiten gab es genug.
Nach dem noch problemlosen Aufbau der Figuren und Uhren im Spielsaal, welcher innerhalb von 3 Stunden von ca. 50 Volunteers erledigt
worden ist, fragten sich alle: „Wo bleiben die Getränke?“ Halb 12 wurden immerhin 2 Kisten Wasser gebracht. Doch um diese Tageszeit
stellte sich für viele die nächste Frage: „Wo bleibt das Essen?“ Auf die Antwort dieser Frage mussten wir leider noch warten.
Auch der Aufbau stagnierte aufgrund von fehlenden Utensilien und Informationen. Viele Volunteers gingen daraufhin nach Hause.
So reichten die von der Organisation bestellten 10 Familien-Pizzas, die schließlich gegen 14:30 Uhr eintrafen, für die 15 Volunteers
auch aus und die FIDE-Techniker bekamen auch noch etwas ab. Wirklich produktiv waren wir nach dem Mittagessen nicht mehr.
Insgesamt dauerte der Aufbau für unser Team doch bis Mittwoch Abend 18 Uhr. Als Belohnung für die Hilfe beim Aufbau durften wir
anschließend die Eröffnungsfeier in der Freiberger Arena ansehen.
Nach einer langen Trommeleinlage zum Aufwärmen folgte eine Mischung aus Musik durch MerQury und Max Mutzke sowie Tanz mit dem Musical „Chess“, tollen Eiskunstläufern und schönen Cheerleadern.
Anschließend folgte der offizielle Teil. Der Einmarsch der Kinder mit den Flaggen (je 2 Kinder pro teilnehmende Nation) füllte die Eisfläche. Reden von der Oberbürgermeisterin Dresdens Helma Orosz, Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und dem Ehrenpräsidenten der FIDE, Florencio Campomanes, der den verunfallten FIDE-Präsidenten Kirsan Iljumschinow vertrat und die Spiele eröffnete, zogen die Eröffnungsfeier in die Länge. Der offizielle Teil wurde mit der Übergabe der Wanderpokale an den Gastgeber und dem Einspielen der FIDE-Hymne beendet. Anschließend klang die Eröffnungsfeier mit Musik von Chess, Max Mutzke, MerQury und Zascha Moktan aus.
Insgesamt war die Eröffnungsfeier gelungen, doch ohne Panne kam sie natürlich nicht aus. Es wurde vergessen, eine Tribüne für Zuschauer zu sperren. Der Fehler wurde wohl erst 10 Minuten nach Beginn der Eröffnungsfeier bemerkt. Die Tribüne musste wieder geräumt werden und da wegen eines drohenden kleinen Feuerwerks auch noch Zeitdruck herrschte und die internationalen Gäste kein Deutsch können, kann sich jeder das Chaos auf der Tribüne vorstellen. Leider war ich davon auch betroffen und konnte anschließend nur noch einen Stehplatz finden.
Nach einer langen Trommeleinlage zum Aufwärmen folgte eine Mischung aus Musik durch MerQury und Max Mutzke sowie Tanz mit dem Musical „Chess“, tollen Eiskunstläufern und schönen Cheerleadern.
Anschließend folgte der offizielle Teil. Der Einmarsch der Kinder mit den Flaggen (je 2 Kinder pro teilnehmende Nation) füllte die Eisfläche. Reden von der Oberbürgermeisterin Dresdens Helma Orosz, Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und dem Ehrenpräsidenten der FIDE, Florencio Campomanes, der den verunfallten FIDE-Präsidenten Kirsan Iljumschinow vertrat und die Spiele eröffnete, zogen die Eröffnungsfeier in die Länge. Der offizielle Teil wurde mit der Übergabe der Wanderpokale an den Gastgeber und dem Einspielen der FIDE-Hymne beendet. Anschließend klang die Eröffnungsfeier mit Musik von Chess, Max Mutzke, MerQury und Zascha Moktan aus.
Insgesamt war die Eröffnungsfeier gelungen, doch ohne Panne kam sie natürlich nicht aus. Es wurde vergessen, eine Tribüne für Zuschauer zu sperren. Der Fehler wurde wohl erst 10 Minuten nach Beginn der Eröffnungsfeier bemerkt. Die Tribüne musste wieder geräumt werden und da wegen eines drohenden kleinen Feuerwerks auch noch Zeitdruck herrschte und die internationalen Gäste kein Deutsch können, kann sich jeder das Chaos auf der Tribüne vorstellen. Leider war ich davon auch betroffen und konnte anschließend nur noch einen Stehplatz finden.
Endlich war der Tag der ersten Runde da. Für unser Team vom Ergebnisdienst & Infotainment begann der Tag leider mit einer schlechten Nachricht. Für unseren Teamleiter war der schwierige Aufbau zuviel, so dass er am Mittwoch Abend wegen Kreislaufzusammenbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Er hatte auf Grund der Schwierigkeiten und des Zeitdrucks beim Aufbau seinen Körper vernachlässigt und zu wenig getrunken und gegessen. Ich wünsche auf diesem Wege eine schnelle Genesung.
Und das fehlen unseres Teamleiters war nicht unser einziges Problem. Die Spielerpaarungen für die erste Runde trafen viel zu spät ein. Jetzt mussten noch die ganzen Paarungen ausgedruckt und ausgehangen werden. Zusätzlich mussten noch die ganzen Spielertafeln gedruckt und im Spielsaal angebracht werden. Es kam, wie es kommen musste. Die Spieler wurden von den Schiedsrichtern im Spielsaal platziert, da unsere Spielertafeln nicht schnell gedruckt werden konnte. Wir verteilten diese noch im Spielsaal, als die erste Runde schon 20 Minuten lief.
Wir hatten die 1. Runde noch genug zu tun und waren froh, das Kongresscenter gegen 23:30 Uhr verlassen zu können.
Die Probleme der ersten Runde blieben zum Glück nur Probleme der ersten Runde. Die anderen Runden liefen bisher relativ problemlos und für uns entspannt, so dass ich jetzt auch ein weinig vom sportlichen Aspekt der Olympiade schreiben kann.
Die 1. Runde begann mit einer großen Überraschung, denn das Open-Nachwuchs-Team Deutschland 2 konnte die an 6 gesetzten Bulgaren schlagen. Dafür erreichte Deutschland 1 bei den Damen nur ein 2:2 gegen Iran.
In Runde 2 und 3 konnte sich das deutsche Herrenteam Deutschland 1 mit weiteren Siegen in der Spitze platzieren. Auch die deutschen Damen 1 errang 2 Siege.
Sonntag sahen 1600 Zuschauer unter anderem, wie Arkadji Naiditsch gegen Alexander Shirov und damit Deutschland gegen Spanien gewann. Damit führte Deutschland die Rangliste nach der 4. Runde an. Auch ich fieberte wie meine Kollegen vom Ergebnisdienst & Infotainment live mit, allerdings nur am Computer unseres Büros. Dieses muss stets besetzt sein, damit wir bei einem technischen Havariefall immer erreichbar sind.
Der Sonntag lieferte noch ein Highlight. Die Auslosung der 5. Runde. Deutschland trifft an Tisch 1 auf Russland.
Der Blick auf die Spielerpaarungen am Montag zeigte, dass sowohl Russland als auch Deutschland in Bestbesetzung spielen. Da aus
technischer und organisatorischer Sicht die Runde wieder ohne Schwierigkeiten verlief, hatten wir Zeit, die Partien der Deutschen
mit zu verfolgen.
Eine Analyse durch uns Amateure jagt die andere. Häufig verstehen wir nur wenig von den Profizügen im Spielsaal. Doch ab und zu schaut GM Klaus Bischoff in seiner Kommentierungspause vorbei und erweitert mit seinen punktgenauen Analysen unseren schachlichen Horizont. Er half uns auch das schnelle Remis von Naiditsch richtig einzuordnen. Das ist gleichzeitig das 4. Remis von Kramnik in seiner 4. Partie. Ist Kramnik vielleicht Müde vom WM-Kampf gegen Anand?
Die Partien der anderen Deutschen Igor Khenkin, Jan Gustafsson und Daniel Friedman liefen sehr lange und bei unseren Analysen vor dem Computer befürchtete schon der eine oder andere eine Niederlage für unsere Deutschen. Doch mit großen Kampfgeist erreichte sowohl Friedman als auch Khenkin ein Remis. Jetzt lag es an Jan Gustafsson, den Mannschaftspunkt zu sichern. Und zu unserer Überraschung im Analyseraum (also unser Büro) konnte er nach 101 (!) Zügen das Remis sichern, nachdem er lange Zeit mit einen Minusbauern kämpfen musste. Russland 2:2 Deutschland – eine kleine Sensation.
Eine Analyse durch uns Amateure jagt die andere. Häufig verstehen wir nur wenig von den Profizügen im Spielsaal. Doch ab und zu schaut GM Klaus Bischoff in seiner Kommentierungspause vorbei und erweitert mit seinen punktgenauen Analysen unseren schachlichen Horizont. Er half uns auch das schnelle Remis von Naiditsch richtig einzuordnen. Das ist gleichzeitig das 4. Remis von Kramnik in seiner 4. Partie. Ist Kramnik vielleicht Müde vom WM-Kampf gegen Anand?
Die Partien der anderen Deutschen Igor Khenkin, Jan Gustafsson und Daniel Friedman liefen sehr lange und bei unseren Analysen vor dem Computer befürchtete schon der eine oder andere eine Niederlage für unsere Deutschen. Doch mit großen Kampfgeist erreichte sowohl Friedman als auch Khenkin ein Remis. Jetzt lag es an Jan Gustafsson, den Mannschaftspunkt zu sichern. Und zu unserer Überraschung im Analyseraum (also unser Büro) konnte er nach 101 (!) Zügen das Remis sichern, nachdem er lange Zeit mit einen Minusbauern kämpfen musste. Russland 2:2 Deutschland – eine kleine Sensation.
Fortsetzung folgt ...
